Historie

Am 7. Juli 1912 Gründung des Vereins für Bewegungsspiele (VfB) 1912 e.V. in Ilsenburg damit wurde ab diesem Zeitpunkt organisiert in Ilsenburg Fußball gespielt. Seine ersten Satzungen wiesen aus, daß Schwerathletik betrieben und Fußball gespielt werden sollte. Am 25.08.1912 wurde das erste Spiel zur Austragung gebracht und zwar gegen den FC Union Vienenburg. Da in Wernigerode zu dieser Zeit schon mehrere Klubs bestanden, entwickelten sich in den Folgejahren sportfreundschaftliche Verbindungen zwischen beiden Orten. Im November 1912 konnte eine 2. Männermannschaft gebildet werden, ein Zeichen, daß auch hier das Interesse an Fußballsport schnell gewachsen war. Einen Sportplatz gab es noch nicht. Mit den Eigentümern der Kirchvaterwiese an den Weißen Birken wurde die Benutzung dieses Gelände zur Durchführung von Wettspielen vereinbart. Sonntags vor den Spielen mußten die Tore und anderes Material vom damaligen Vereinslokal “Lindenhof”von den Spielern hinauf in Richtung Drübeck getragen werden. Im Jahre 1913 bekam der Verein, insbesondere aber die Athletik - Abteilung durch erheblichen Mitgliederzuwachs beachtlichen Aufschwung.

Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde der gesamte Sportbetrieb im VfB 1912 eingestellt. Erst im April 1919 organisierte er sich neu und zwar unter der Leitung von Frítz Vater. Die Fußballabteilung des Vereins nahm den Spielbetrieb mit 3 Männermannschaften auf. Im Jahre 1920 konnte mit Einrichtung einer Fläche im Eichholz als Sportplatz begonnen werden.

Zu gleicher Zeit aber traten Unstimmigkeiten im Verein auf, es kam zur Spaltung und es bildete sich ein zweiter Fußballverein, der SC Eintracht 1920. Die Inflation warf ihre Schatten in dieser Zeit vorraus und machte die Vereinsarbeit nicht gerade leicht. Am 20. Juni 1923 besann man sich dann und es erfolgte der Zusammenschluß beider Vereine. Im Jahre 1925 konnte die damalige 1.Männermannschaft beachtliche Erfolge erringen, so u.a. gegen Eintracht Gröningen 5:3, FC 08 Schöningen 2:4. Spiele gegen den Goslarer SC, VfB Peine, Burg, Bernburg u.s.w. brachten ein guted Sportprogramm. Die erste Knabenmannschft der Vereinsgeschichte wurde im Sommer 1927 aufgestellt.
Auch das Jahr 1923 brachte guten Ilsenburger Fußball. Die 1. Mannschaft rangierte wieder im Spitzenfeld der Tabelle, nachdem sie im Jahr zuvor erst nach einen Entscheidungsspiel gegen Eintracht Gröningen auf neutralem Platz in der 1b-Klasse knapp 0:1 unterlegen war und die Männer um Erich Bokemüller mit dem 2. Tabellenplatz vorlieb nehmen mußten.

Wohl wurde im Jahre 1933 und auch in der Serie 1933/34 noch laufend Fußball gespielt, doch die Anordnung der faschistischen Sportführung, daß z.B. Jugendliche nur an 2 von ihr festgelegten Sonntagen Fußball spielen dürften,ließ das Interesse im Jugendfußball bedenklich absinken. Bei den Männern mußte nach Abstieg in die 2.Klassse gegen Mannschaften wie Langenstein, Osterwick, Derenburg, Heudeber, Wernigerode II u.s.w. gespielt werden.  Danach gab es wohl die schwächste Zeit im Ilsenburger Männerfußball. Eine Vielzahl der Männer mußte den DFB-Dreß mit Hitlers Eroberungsuniform tauschen. So trat in der Zeit von 1937-39 nur eine allerdings sehr starke Juniorenmannschaft auf den Plan. Der Sportfreund Otto Bader hatte die Leitung, unterstützt von einigen alten Hasen. Zu dieser Zeit wurde die A-Jugend aus Braunschweig zweimal besiegt. Wenige Tage vor Ausbruch des Krieges kam die Jugentvertretung des dänischen 1.Div.-Klubs Brönhoj Boldklub Kopenhagen nach Ilsenburg. Es gab ein 2:2 und somit ei weiteres Achtungszeichen. (siehe Bild: A-Jugend 1939-schwarze Hosen, mit Kopenhagen) Eine junge Mannschaft ging dann 1939/40 auseinander, sie mußte auf den verschiedensten Kriegsschauplätzen marschieren und sterben, denn 8 dieser 13 Fußball-Jungen konnten niemals wieder ihren Fußball-Dreß anziehen. Auch aus der 1.Männermannschaft der Vorkriegsjahre kehrten viele nicht wieder, so Paul Spick, Willi Juch, Wilhelm Haberlag, Gustav Mattusch, Theodor Mahrholz, Herbert Geye und andere.

Der Wiederaufbau:

Bereits in den Sommermonaten des Jahres 1945 fanden sich zurückgekehrte Ilsenburger Fußballer zusammen, warteten auf diesen und jenen und bildeten dann unter der sowjetischen Besatzungsmacht eine Fußballsparte. Einige interessierte Fußballer kamen aus Drübeck dazu. Die Sportfreunde Alheim (Wintersport), Ernst Braukhoff (Handball) und der Sportfreund Otto Bader(Fußball) waren die ersten Funktionäre. Bereits im Herbst 1945 konnte der Punktspielbetrieb im Kreisrahmen gestartet werden. An ihm nahm auch die Männermannschaft mit wechselndem Erfolg teil. Im Jahre 1946 ging der Spielbetrieb wieder über die Kreisgrenzen hinaus. Kontakte mit mehreren Sportgemeinschaften wurden aufgenommen und es entwickelten sich sportfreundschaftliche Bande, insbesondere mit der SG Dessau-West.
Erste Schritte wurden unternommen, um den zu dieser Zeit nicht gerade in gutem Zustande befindlichen Sportplatz zu verschönern. In freiwilligen Arbeitseinsätzen entstand die Basis für späteren Weiterausbau. Am 06.10.1946 hatte der Punktspielbetrieb in der 1.Kreisklasse begonnen, in welche unsere 1.Mannschaft dank des guten Abschneidens im Jahr zuvor eingereiht worden war. Es handelte sich um einen Art Spielunion mit dem Kreis Halberstadt. Inzwischen hatte man den Namen “Volkssportgemeinschaft” Ilsenburg angenommen. Es begann ein erwähnenswerter Erfolgsabschnitt im Ilsenburger Fußball denn der 1.Platz in der Tabelle konnte errungen werden. Mit einem Tabellenstand von 26:6 und 63:33 Toren ging es in die neu gebildete Bezirksklasse. Auch in der Jugendarbeit konnten Fortschritte verzeichnet werden, führte doch die A.Jugend die Kreisklassentabelle mit Abstand an.

Von insgesamt im Jahre 1946 ausgetragenen 45 Spielen wurden 26 gewonnen und 14 verloren. Im Jahre 1948 gelang dann der Aufstieg in die neu gebildete Landesliga Sachsen Anhalt, daß letzten Endes nicht gehalten werden konnte. Der Spielerstamm war nicht ausreichend und die Nachwuchsarbeit steckte noch in den Kinderschuhen. 

1950 erfolgte dann die Gründung der BSG Stahl Ilsenburg mit den Trägerbetrieben Kupferwerk, Radsatzfabrik und Sperrholzwerk. Durch größere Mittel der Trägerbetriebe wurde der weitere Ausbau des Sportplatzes Eichholz betrieben. Er erhielt zu dieser Zeit sein derzeitiges Aussehen, es wurde die Terrasse baulich vervollständigt, das Sportlerheim und die übrigen Anlagen entstanden.

Im Spieljahr 1951/52 gelang es nicht, in der Meisterschaft den 1. Tabellenplatz zu erringen. Im Frühjahr 1952 stellte der bisherige Sektionsleiter, Sportfreund Bader, sein Amt zur Verfügung zugunsten der Übernahme der Funktion eines Jugendleiters. Schon im Spieljahr 1952/53 wirkte sich dies positiv aus. Die damalige A- Jugend wurde Pokalmeister der Sportvereinigung STAHL nach Siegen über mehrere Stahl- Jugendmannschaften aus der ehemaligen DDR. Die gute Jugendarbeit wurde damals seitens der Zentralen Leitung das SV Stahl durch Einsatz im Rahmen des gesamtdeutschen Sportverkehrs gewürdigt. So konnte sie im Dezember 1953 nach Hamburg reisen und siegte dort in einen Freundschaftsspiel gegen den SV Eintracht 3:1.
Am 13.August 1961 wurde der Mauerbau durch Deutschland vollzogen. Hiermit wurde nun für eine längere Zeit der inner deutsche Fußball getrennt. Alle Kontakte wurden somit zwangsweise für 28 Jahre bis zum Mauerfall eingefroren.
Im Sommer des Jahres 1962 feierte der Ilsenburger Fußball sein 50-jähriges Jubiläum. Leider mußte die gut vorbereitete Festwoche abgesagt werden da durch den Mauerbau und der Bildung von Sperrgebieten die Einreise einiger starker Liga-Mannschafften, und zwar Stahl Thale, Motor Nordhausen West und Lok Halberstadt, unmöglich machte. Lediglich das zum Ausklang der Festveranstaltung vorgesehene Spiel unserer 1. Mannschaft gegen den sowjetischen Armee-Sportclub Wünsdorf konnte stattfinden. Und dieses Spiel entschädigte unseren Fußballanhang, den die Gäste zeigten ein hochklassiges Spiel mit technischer Brillanz. So mußte sich unsere 1. Mannschaft trotz heftiger Gegenwehr 0:7 geschlagen geben. Aber die Spieler um Kapitän Petrow (Nationalspieler und Stammspieler bei ZASK Moskau) beherrschten eben das Fußball- ABC.
In den weiteren Jahren erfolgte dann der Kampf um den Aufstieg in die Bezirksliga. Im Spieljahr 1967/68 wurde es dann geschafft. Die seit einigen Jahren wieder unter der Trainingsleitung des Sportfreundes Gerhard Drews stehende 1.Männermannschaft unsere BSG Stahl schaffte in Oschersleben gegen Motor/Vorwärts II den Staffelsieg und qualifizierte sich für den Aufstiegsrunde, nach einem 0:2 bei Halbzeit hieß es bei Schluß 4:2 für Ilsenburg !

1. Mannschaft 1968 - Aufsteiger zur Bezirksliga

Der Endstand der Tabelle der Aufstiegsrunde im Jahre 1968 hatte folgendes Bild:

1. Stahl Ilsenburg Spiele 6, Tore   9:8, Punkte 9:3
2.Aktivist Staßfurt Spiele 6, Tore 10:3, Punkte 7:5
3.Lok Salzwedel Spiele 6, Tore 13:8, Punkte 7:5
4.Einheit Osterburg Spiele 6, Tore 5:17, Punkte 1:11
Ab diesem Zeitpunkt gehörte unsere 1. Mannschaft zur obersten Spielklasse im damaligen Bezirk Magdeburg der DDR. Im Nachwuchsbereich zahlte sich größere Zielstrebigkeit seit Anfang der sechziger Jahre ebenfalls positiv aus. Konnte doch unter der Leitung des Sportfreundes W.Schmidt zu gleichem Zeitpunkt der Aufstieg in die Jugend-Bezirksliga erkämpft werden.

Im Januar 1977 wurden die freundschaftlichen Bande mit dem FC Magdeburg geknüpft. Auf Grund der guten Zusammenarbeit mit dem FC Magdeburg wurden bei jährlichen durchgeführten Trainingslagern des FCM in Ilsenburg Trainingsspiele und Zusammenkünfte vereinbart. In den Folgejahren errang unsere 1. Männermannschaft immer gute Mittelplätze in der Bezirksliga Magdeburg und mußte dann doch noch nach einer verkorksten Saison 1981 den Weg in die Bezirks-Klasse antreten. Bis zu diesem Zeitpunkt waren für die Leitung der 1. Mannschaft die Sportfreunde G.Clausing, W.Schmidt, G.Georgieff und H.Kissner verantwortlich. Erst 1984 konnte der Wiederaufstieg unter Trainer Frank Schiller in die Bezirksliga geschafft werden. Durch Zugänge aus Brandenburg (Gutschmidt und Doll) wurde die mannschaftliche und spielerische Leistung wesentlich verbessert. Mit Trainer D.Kabelitz (vormals Nachwuchs-Auswahltrainer der DDR) bestimmte Ilsenburg das Niveau der Bezirksliga mit.
In den weiteren Jahren 1987-91 (Übungsleiter

W.Drews,S.Stötzner,B.Kühn,D.Ristau) wurden gute Mittelplätze erreicht. Unter Übungsleiter Bernd Kühn schaffte es unsere 1. Mannschaft zum zweiten Mal im Bezirks-Pokal-Endspiel zu stehen. Dieses Spiel ging leider nach dramatischem Verlauf mit 1:2 verloren.

Die Wiedervereinigung Deutschland: 

Nach der politischen Wende in Deutschland wurde 1992 der Fußballsportverein (FSV) Grün-Weiß Ilsenburg e.V. gegründet.

Am 11.11.1989, Stahl hatte ein Heimspiel gegen Einheit Wernigerode, geschah dann das Langersehnte Ereignis, in Stapelburg wurde die Grenze geöffnet. Als sich diese Nachricht wie ein Lauffeuer nach Spielschluß unter den Zuschauern verbreitete, begaben sich Tausende in Richtung Stapelburg/Eckertal/Harzburg. Die Ereignisse, die sich an diesem und den nachfolgenden Tagen abspielten kann nur der empfinden, der direkt beteiligt war. Aus allen Ebenen der Politik, der Wirtschaft, der Kultur und nicht zuletzt des Sports wurde nun an der Wiedervereinigung Deutschlands gearbeitet. Am 03.10.1990 wurde dann offiziell die Bundesrepublik Deutschland mit den fünf neuen Bundesländern der ehemaligen DDR proklamiert. Auf Grund der nun folgenden strukturellen Angleichung des Fußballs an den DFB, der angehenden Privatisierung der volkseigenen Betriebe sowie der territorialen Lage von Ilsenburg im “grenznahen Raum”ergaben sich für die Sektion Fußball in Ilsenburg vollkommen neue Aspekte. Die bislang großzügige Unterstützung der “Trägerbetriebe” entfiel. Nicht nur arbeitsmäßig auch finanziell kam nur noch wenig bzw. keine Unterstützung. Das führte hauptsächlich zu den Spielerabgängen und der Rücknahme der 2.Mannschaft aus dem Spielbetrieb. Durch den Fall der Grenze wurden viele Freundschaftsspiele mit Mannschaften aus den alten Bundesländern durchgeführt. Besonders müssen hierbei die sportlichen Verbindungen und gleichzeitige Unterstützung durch die Vereine FC Vienenburg, SC Gitter, BSV Harzburg und Hannover 74 erwähnt werden. Vorwiegend wurden Turniere in der Halle und auf dem Großfeld mit den 4 Gemeinschaften vereinbart. Beteiligt wurden alle Altersklassen von Kindern bis zu den Alten-Herren. Nicht nur Vergleiche auf dem Spielfeld auch Erfahrungsaustausch auf der Leitungsebene wurden durchgeführt.

Im Schatten der 1.Mannschaft brachte unsere 2.Mannschaft immer gute Leistungen im Kreisgebiet. Seit langem in der höchsten Spielklasse des Kreises spielend nämlich in der Kreisliga wurden immer Spitzenplätze in der Tabelle erreicht. Unter der Leitung der bewährten Sportfreunde K.Wirschin und J.Leßmann die auch zeitweilig als Spieler mitwirkten, wurde sogar im Spieljahr 1989/90 als Kreismeister der Aufstieg zur Bezirksklasse geschafft.
Nach der Zurücknahme der 2. Mannschaft aus dem Spielbetrieb wurde diese im Jahre 1993 neu aufgebaut.

Nicht unerwähnt das Sammelbecken älterer Spieler, die den Leistungssport nicht mehr gewachsen sein wollen, die Alten Herren bleiben wollten. Über Jahre werden von März bis November, Freundschaftsspiele durchgeführt. Immer noch ,wenn auch etwas langsamer, zeigen sie ihre technischen Fertigkeiten und erfreuen die Zuschauer. Verantwortlich sind hier die Sportfreunde Günter Peters und Bernd am Ende.

Im Spieljahr 1990/91 spielte Stahl Ilsenburg mit sechs Mannschaften im Punktspielbetrieb, davon 1.Mannschft und A-Jugend auf Bezirksebene, die anderen Mannschaften auf Kreisebene.